04.01.2010 - Seltene Komplikation einer Salmonellen-Sepsis
Wissenschaftler des Department of Cardiology & Cardiovascular Surgery, Hamad Medical Corporation, Doha, Katar, vertreten die Ansicht, dass sowohl die Mortalität als auch die Morbidität von Salmonelleninfektionen häufig unterschätzt wird. Anlass zu dieser Äußerung war der ungewöhnliche Erkrankungsverlauf eines erwachsenen Patienten mit einer Salmonellen-Sepsis. Der zuvor vollkommen gesunde junge Mann wurde mit Fieber, Durchfall Kurzatmigkeit und eingetrübtem Bewusstsein notfallmäßig aufgenommen. Aufgrund des diagnostizierten pulmonalen Ödems und der schwer beeinträchtigten Atmung musste der Patient schließlich an die Beatmungsmaschine angeschlossen werden und wurde über einen Zeitraum von insgesamt 8 Tagen künstlich beatmet. Die mikrobiologischen Untersuchungen der Blutkulturen ergaben unterdessen eine Infektion mit dem Erreger Salmonella typhi. Im weiteren Verlauf kam es zu einem dramatischen Anstieg der myokardialen, hepatischen und muskulären Enzyme im Serum mit Nierenversagen, Anzeichen einer Rhabdomyolyse und einer disseminierten intravasalen Gerinnung. Trotz dieses zunächst lebensbedrohlichen Zustandes kam es unter einer 2-wöchigen antibiotischen Therapie mit Ceftriaxon in Kombination mit einer dekongestiven Behandlung zu einer rapiden Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Patient konnte einige Zeit später in gutem Allgemeinzustand wieder entlassen werden. Auch wenn die Salmonellen-Myokarditis eine eher seltene Komplikation einer Salmonellen-Sepsis ist, so zeigt dieser Fall, dass Infektionen mit Salmonellen nicht, wie so häufig, hinsichtlich ihrer Morbiditäts- und Mortalitätsrisikos unterschätzt werden sollten, so die Autoren.

Abstract aus J Cardiol 2009, Vol. 54(3), pp. 475-9


 

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